Schloss Hartheim
| Plz/Ort | 4072 Alkoven |
|---|---|
| Straße | Schloßstraße 1 |
| Kategorie | Nationalsozialismus - Täterort |
| Internet | https://www.schloss-hartheim.at/gedenkstaette-ausstellung/historischer-ort/toetungsanstalt-1940-1944 |
| Wikipedia | Schloss_Hartheim |
| Suchbegriffe | Schloss Hartheim, Euthanasie, Nationalsozialismus |
Schloss Hartheim in Alkoven bei Linz zählt zu den bedeutendsten Renaissancebauten Oberösterreichs. Seine Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als an dieser Stelle eine Burg der Herren von Hartheim bestand. Ende des 16. Jahrhunderts ließ die Familie Aspan die mittelalterliche Anlage zu einem repräsentativen Renaissanceschloss mit vier Flügeln, polygonalen Ecktürmen und einem markanten Mittelturm ausbauen. Im Jahr 1799 gelangte das Schloss in den Besitz der Familie Starhemberg. 1898 schenkte Fürst Camillo Starhemberg das Anwesen dem Oberösterreichischen Landeswohltätigkeitsverein, der dort eine Pflegeanstalt für Menschen mit geistigen Behinderungen einrichtete.
Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich änderte sich die Geschichte des Schlosses grundlegend. Im Frühjahr 1940 wurden die Bewohner der Pflegeanstalt verlegt und das Gebäude zur nationalsozialistischen Tötungsanstalt Hartheim umgebaut. Zwischen Mai 1940 und Dezember 1944 wurden hier rund 30.000 Menschen ermordet. Zu den Opfern gehörten Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, psychisch Kranke, Häftlinge aus Konzentrationslagern sowie Zwangsarbeiter. Die Morde erfolgten im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion T4“ und der späteren „Aktion 14f13“. Die im Schloss gefundene sogenannte Hartheimer Statistik dokumentierte die systematischen Tötungen und zählt zu den wichtigsten Quellen zur NS-„Euthanasie“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zunächst als Unterkunft für Flüchtlinge und später als Wohngebäude genutzt. Erst in den 1990er Jahren begann eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung seiner Geschichte. Nach einer grundlegenden Restaurierung wurde 2003 der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim eröffnet. Die Ausstellung „Wert des Lebens“ informiert über die Geschichte des Schlosses, die NS-„Euthanasie“ und den gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Die erhaltenen Tatorte, ein Raum der Stille sowie mehrere Gedenkstätten machen Schloss Hartheim heute zu einem der wichtigsten Erinnerungsorte an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde in Österreich.