Görlitzer Denkmal
| Regierungsbezirk | Oberbayern |
|---|---|
| Landkreis | Dachau |
| Plz/Ort | 0 Dachau |
| Standort | Stadfriedhof Dachau |
| Kategorie | Denkmal - Krieg |
| Suchbegriffe | Räterepublik, Freikorps Görlitz |
| Ausführung | 27 |
| Inschrift | Getreu dem Lied des Deutschen Volkes
Leutnant Bertram Musketier Labuke |
Görlitzer Denkmal
Die Gedenktafel des so genannten Görlitzer Denkmals stammt aus dem Jahr 1934. Sie erinnert an die vier Angehörigen des „Freikorps Görlitz“, Leutnant Bertram, Musketier Labuke, Schütze Hauk und Kanonier Hilbig, die als Gegner der Münchner Räterepublik am 30. April 1919 bei Pellheim im Kampf gegen die Rote Armee gefallen sind.
Im Mai 1919 beschloss der Dachauer Marktgemeinderat, den im alten Stadtfriedhof bestatteten Soldaten ein Grabdenkmal zu widmen, das in seiner ursprünglichen Gestaltung jedoch dem damaligen Bauausschuss missfiel. Das jetzige Denkmal entwarf der Dachauer Bürgermeister Georg Seufert. Es wurde am 29. April 1934 eingeweiht.
Heute distanziert sich die Stadt Dachau von diesem Mahnmal. Sie lehnt es ab, ein Freikorps zu ehren, das in der Weimarer Republik mit anderen Trägern rechtsradikaler Gewalt zum Wegbereiter des Nationalsozialismus geworden ist. Das Grabmal bleibt jedoch erhalten, weil sich die Stadt Dachau nicht dem Verdacht aussetzen möchte, Belastendes aus ihrer Geschichte zu löschen.
Den Kämpfen um den Markt Dachau fielen während der Räterepublik im April 1919 insgesamt 28 Menschen zum Opfer. Die Regierungstruppen verloren die vier hier genannten Soldaten, und die Rote Armee hatte 19 Gefallene zu beklagen. Fünf Rotgardisten wurden standrechtlich erschossen. Unter der Dachauer Bevölkerung kamen zwei Personen durch Granatsplitter zu Schaden. In Etzenhausen, das damals noch nicht zu Dachau gehörte, fand der Sohn eines Gütlers beim Angriff des „Freikorps Görlitz“ auf die Rote Armee in Dachau am 30. April 1919 den Tod.
Der Gründer des „Freikorps Görlitz“ Wilhelm Faupel beteiligte sich im Jahre 1920 am „Kapp-Putsch“ gegen die junge Weimarer Republik. Später war er für die NSDAP in Lateinamerika tätig und betrieb dort den Machtausbau verschiedener NS-Institutionen. Im Jahr 1934 wurde der General a. D. Präsident des „Ibero-Amerikanischen Instituts“ in Berlin.