Dom zu Passau
| Regierungsbezirk | Niederbayern |
|---|---|
| Landkreis | Passau (Stadt) |
| Plz/Ort | 94032 Passau |
| Straße | Domplatz 1 |
| Kategorie | Bauwerk - Kirche katholisch |
| Internet | https://www.bistum-passau.de/dom-kultur/dom-st-stephan-passau/architektur |
| Wikipedia | Dom_St._Stephan |
| Jahr | 1668 |
Die Baugeschichte des Passauer Doms St. Stephan reicht bis in das frühe Mittelalter zurück und spiegelt die wechselvolle Geschichte der Stadt wider. Bereits im 8. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle eine erste Bischofskirche, die im Zuge der Gründung des Bistums Passau errichtet wurde. Nach mehreren Erweiterungen entstand im 13. Jahrhundert ein bedeutender gotischer Dom, der über Jahrhunderte das Stadtbild prägte.
Mehrere verheerende Stadtbrände führten jedoch zu schweren Schäden. Besonders die Brände von 1662 und 1680 zerstörten große Teile der Altstadt und auch den gotischen Dom. Während Chor, östlicher Querhausbereich und die spätgotischen Türme weitgehend erhalten blieben, mussten das Langhaus und zahlreiche Nebengebäude neu errichtet werden.
Ab 1668 begann unter Fürstbischof Wenzeslaus Graf Thun der Wiederaufbau nach Plänen des aus Italien stammenden Architekten Carlo Lurago. Er entwarf einen großzügigen barocken Kirchenbau, der die erhaltenen gotischen Bauteile harmonisch einbezog. Nach Luragos Tod führte Giovanni Battista Carlone die Arbeiten weiter und vollendete den Bau bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts. So entstand einer der bedeutendsten Barockdombauten nördlich der Alpen.
Im 18. Jahrhundert erhielt der Dom seine prachtvolle Innenausstattung. Bedeutende Künstler schufen die reichen Stuckarbeiten und Deckenfresken, die den Kirchenraum bis heute prägen. Im 19. Jahrhundert wurden Restaurierungsarbeiten durchgeführt und die Westfassade vollendet. Zwischen 1896 und 1901 erhielten die beiden Türme ihre heutigen, markanten neugotischen Helme, wodurch der Dom seine heutige Silhouette erhielt.
Im 20. und 21. Jahrhundert standen umfangreiche Restaurierungs- und Sicherungsmaßnahmen im Mittelpunkt, um das Bauwerk dauerhaft zu erhalten. Heute vereint der Dom St. Stephan romanische, gotische, barocke und neugotische Bauelemente zu einem einzigartigen architektonischen Ensemble. Als Bischofskirche des Bistums Passau zählt er zu den bedeutendsten Sakralbauten Deutschlands und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Dreiflüssestadt Passau.